Es geht um Tattoos. Genauer gesagt um meine Tattoos.
Einige von euch hatten ja danach gefragt und nu zeig ich sie euch.
Mit Tattoos ist es ja so eine Sache. Entweder man liebt, oder man hasst sie. Oder man ist ein Mitläufer und lässt sich gleich sein erstes Tattoo aufn Hals oder aufm Handrücken machen.
Ganz toll.
Ich bin ja eh gegen Trends. Ich frisier mich so wie´s mir gefällt, färb mir schon seit Jahren die Haare rot weil ich Bock drauf hab und lass mich tattoowieren weil es für mich Sinn macht.
Mein erstes Tattoo habe ich mir mit 18 machen lassen. Ein Schmetterling sollte es sein. Also gegoogelt (ja das Internet gab es damals schon), ausgedruckt und eine Weile an die Wand gepinnt um nach ein paar Monaten festzustellen - jap das will ich.
Also bin ich zu einem Tattoowierer gegangen, der in meiner Nähe war. Großartig mit dem Studio beschäftigt hab ich mich nicht. Das Ergebnis ist ok. Nicht umwerfend, aber ich kann damit leben.
Ein Jahr später folgt das zweite. Wieder beim selben Tattoowierer. Diesmal allerdings an einer sichtbaren Stelle. Ein Stern am Unterarm. Dieser war mir aber alleine zu langweilig, also kamen noch zwei kleinere hinzu.
Zu der Zeit war das schon was total "auffälliges". Ich kann mich daran erinnern, wie ich in der Disco angestarrt wurde und alle das toll fanden...meine Güte bin ich alt....
Bei diesen Tattoowierungen habe ich mir nichts bei gedacht. Es sind sozusagen Tattoos, die ich einfach haben wollte.
Während meiner Ausbildung zur Maskenbildnerin habe ich mir dann meinen linken Oberarm verschönern lassen. Dies ist mein erstes Tattoo, das wirklich eine Bedeutung für mich hat.
Tschiggy von Jungbluth hatte ich mir als Tattoowiererin aufgesucht. Da sie eigentlich in Hamburg ansäßig ist, hat sich das Stechen über ein Jahr hingezogen.
Ich werde euch nicht jede Bedeutung erzählen, aber ein paar gebe ich preis.
Die Make-up Utensilien stehen natürlich für meinen Beruf. Der rot/schwarze Stern steht für meinen Mann, er hat den selben auf dem rechten Oberarm an der selben Stelle.
Die Füße stehen für meine Reise durch Australien. Ich war alleine dort und habe wahnsinnig viel über mich gelernt.
Zu unserer Hochzeit haben wir uns gegenseitig Tattoos geschenkt. Mein Mann hat sich ein Pin-up (natürlich Rothaarig) auf den Unterarm stechen lassen. Und ich mir diese zwei Schwalben. Jede Schwalbe hat ein Stück vom anderen in der Herzregion.
Natürlich haben wir sie uns noch vor der Hochzeit stechen lassen.
Unsere Tattoowierin heisst Ewa und arbeitet bei Flash-back Tattoo hier in Berlin. Mein nächstes wird auch wieder von ihr sein.
Vor etwas über einem Jahr habe ich mein letztes bekommen.
Mein Abschiedskuss aus Afrika. Wie ich schon öfter erwähnt habe, sind wir vor knapp 2 Jahren nach Kapstadt ausgewandert. Leider war alles nicht so wie geplant und wir sind nach 6 Monaten wieder nach Deutschland gekommen.
Mit unserem letzten Geld haben wir mein kleines Tattoo bezahlt. 300 Rand, ca. 30€ . Dies war ein Spezialpreis von der lieben Tamar Thorn.
Ich habe viele sehr auffällige Tattoos und ich bin mir dessen sehr bewusst. Man erlebt sehr viel negatives, aber auch sehr viel positives.
Zum Glück arbeite ich in einem Beruf, der eh sehr kreativ ist. Da ist es manchmal sogar von Vorteil, weil ich quasi so ins Auge fasse und es mein Markenzeichen ist.
Man behält mich in Erinnerung.
Ob ich meine Tattoos jemals bereuen werde?
Vielleicht werde ich einzelne Motive mal bereuen oder nicht mehr so schön finden.
Aber ich werde es nie bereuen, dass ich mir Tattoos hab stechen lassen.
Es ist eine Lebenseinstellung, ein Ausdruck meiner Persönlichkeit. Etwas sehr privates.
Viele lassen sich tatoowieren um sich tattoowieren zu lassen. Hauptsache man hats. Man denkt nicht drüber nach. Genau diese Menschen werden es bereuen und für genau diese Menschen gibt es die Laserentfernung.
Gibt es für mich ein Tabu? Ja, definitiv im Gesicht. Das ist für mich zuviel des Guten. Hals und Hände kann ich mir irgendwann vorstellen (in weit, weit entfernter Zukunft).
Ich rate jedem, der gerne ein Tattoo haben möchte, sich genau damit zu beschäftigen und sich darüber im Klaren zu sein, dass es etwas permanentes ist.
Wie steht ihr zu Tattoos? Habt ihr selber welche oder findet ihr sie vielleicht sogar abstoßend?